
Tokio in 7 Tagen
Sieben echte Tage zwischen Kaiserpalast und Ginza, Asakusa und dem Sumida-Fluss, den Gassen von Shinjuku, einem Ausflug nach Kamakura, Shimokitazawa und Kichijōji, teamLab und der Bucht von Toyosu: Stationen zu Fuß, mit U-Bahn und Zug, realistische Zeiten, Preise in Yen mit dem Gegenwert in Euro und Mahlzeiten dort, wo die Japaner essen. Mit Clustrip erstellt, genau so, wie du ihn sehen würdest.
Der Ostgarten des Kaiserpalastes
Kokyo Higashi GyoenDer Ostgarten ist der einzige öffentlich zugängliche Teil des Kaiserpalastes, und er kostet nichts: Du trittst dort ein, wo der Bergfried der Burg Edo stand — der Punkt, von dem aus Japan regiert wurde. Das Ritual, das du nicht auslassen solltest: auf den Steinsockel steigen, der einst den höchsten Turm des Landes trug. Der Turm steht nicht mehr, und an seiner Stelle schaust du auf die Hochhäuser von Marunouchi — die moderne Stadt, gesehen von dort, wo die Shōgune ihre betrachteten. Im November zeigt der Garten sein Bestes: Die Ahornbäume sind hier schon rot, und die trockene Luft der Saison schenkt klare Himmel. Die Reise beginnt absichtlich mit dieser Stille: Tokio nimmt man vom Zentrum aus, dann in immer weiteren Kreisen. Am Ausgang warten die Ōtemon-Brücke und der Platz von Marunouchi: vierzehn Minuten.
Empfohlene Dauer: 1h 46m
Die rote Fassade der Tokyo Station
Tokyo Station, MarunouchiDie Tokyo Station ist das einzige Gebäude der Stadt, das europäisch wirkt, ohne falsch zu wirken: roter Backstein und Kuppeln von 1914, 1945 zerbombt und 2012 in die Originalform zurückgebaut — ein Jahrhundert japanischer Geschichte, geschrieben auf eine einzige Fassade. Der Trick, um sie zu genießen, liegt nicht drinnen, sondern gegenüber: Steig auf die Terrasse des Einkaufszentrums KITTE, kostenlos, und du siehst sie ganz von oben, mit den Kuppeln im Vordergrund und den Gleisen, die daneben entlanglaufen. Es ist zugleich ein nützlicher Ortstermin: Von dieser Station fährt in drei Tagen der Zug nach Kamakura — schon zu wissen, wo sie liegt, nimmt jenem Morgen die Eile. Das Mittagessen ist ein Abstieg: Die Ramen Street liegt in den Untergeschossen der Station selbst, acht Minuten Korridore.
Empfohlene Dauer: 1h 22m
Mittagessen: Tokyo Ramen Street, unter dem Bahnhof
Tokyo Ramen StreetDie Tokyo Ramen Street ist die perfekte Abkürzung fürs erste Mittagessen: Im Untergeschoss der Station stehen acht Ramen-Tresen nebeneinander, ausgewählt aus den besten der Stadt — und die Wahl ist der halbe Spaß. Das Ritual ist schon ein Stück Japan: Du bestellst am Automaten im Eingang — Foto antippen, Münzen einwerfen, Bon abgeben — und isst in zwölf Minuten am Tresen, wie die Pendler. Eine Schale liegt bei 1.000-1.400 ¥ (5,40-7,50 €): Schwer, die ersten Yen der Reise besser auszugeben. Das ist kein Notbehelf, das ist eine Institution. Danach tauchst du wieder ans Licht und hältst über die Chūō-dōri auf Ginza zu: eine gute Viertelstunde immer eleganterer Schaufenster.
Empfohlene Dauer: 1h 14m
Die Kreuzung von Ginza und die Wako-Uhr
Ginza Yonchome, WakoDie Kreuzung von Ginza mit dem Zifferblatt des Wako ist der exakte Punkt, von dem aus man das Viertel liest: Die Uhr gibt hier seit 1932 den Takt vor, und ringsum reihen sich die historischen Kaufhäuser und die Schaufenster berühmter Architekten — ein Architekturmuseum unter freiem Himmel, in dem Schauen nichts kostet. An einem Wochenendnachmittag verdoppelt sich das Geschenk: Die Chūō-dōri wird für Autos gesperrt, und die Leute gehen mitten auf der Straße — was in Tokio eine kleine Revolution ist. Der Tipp der Stammgäste liegt allerdings unter der Erde: Steig hinunter in eine Depachika, die Lebensmitteletage im Untergeschoss der Kaufhäuser — auch das ist gratis, und es macht mehr Spaß als die Schaufenster. Der Wassergarten von Hama-rikyū wartet achtzehn Minuten entfernt.
Empfohlene Dauer: 1h 27m
Hama-rikyū, der Garten mit Meerwasser
Hama-rikyu Onshi TeienHama-rikyū ist der Jagdgarten der Shōgune, eingezwängt zwischen den Hochhäusern von Shiodome, und hütet einen stillen Rekord: Sein Teich hängt an der Bucht und steigt und fällt mit den Gezeiten — der letzte in Tokio, der noch so atmet. Der Kontrast ist sein Schauspiel: Meerwasser und stille Wege unten, Glastürme ringsum. Der Eintritt kostet 300 ¥ (1,60 €), und die richtige Pause ist das Teehaus mitten im Wasser: Ein Matcha mit Süßigkeit kostet 1.000 ¥ (5,40 €) und hält den Tag am schönsten Punkt an. Achtung auf die Novemberuhr: Um 17 Uhr wird geschlossen, letzter Einlass 16:30 Uhr — genau deshalb bringt dich der Plan jetzt hierher und nicht später. Das Abendessen unter den Gleisen liegt zweiundzwanzig Minuten entfernt, hinauf Richtung Yūrakuchō.
Empfohlene Dauer: 2h 23m
Abendessen unter den Gleisen in Yūrakuchō
Yurakucho Gado-shitaYūrakuchō Gado-shita ist das Abendessen unter den Gleisen: Izakaya mit roten Laternen in den Ziegelbögen der Bahntrasse, zwei Schritte vom eleganten Ginza und doch am anderen Ende der Welt. Über dem Kopf donnern die Züge, auf dem Grill liegen Yakitori, in den Gläsern steht Bier: Hier lockern die Angestellten die Krawatte, und es ist laut, günstig und absolut echt — das genaue Gegenteil der Schaufenster von vor einer Stunde, und genau deshalb funktioniert es als Abschluss. Die Rechnung liegt bei 2.500-3.500 ¥ pro Person (13-19 €), und eins solltest du vorher wissen: Viele Lokale bringen eine kleine, unbestellte Vorspeise, das Otōshi — das japanische Gedeck, kein Irrtum und kein Trick. Erster Tag im Archiv: Morgen geht es nach Asakusa, und früher Aufbruch lohnt sich.
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