
Amsterdam in 4 Tagen
Vier echte Tage zwischen Altstadt, Museumplein, dem Jordaan mit den Grachten vom Wasser aus und dem Amsterdam Noord am IJ: Etappen zu Fuß, mit der Tram und auf den kostenlosen Fähren, realistische Zeiten, Essen dort, wo die Amsterdamer essen, und ein ehrliches Budget. Mit Clustrip erstellt, genau so, wie du es sehen würdest.
Bloemenmarkt, der Blumenmarkt auf dem Wasser
BloemenmarktDer Bloemenmarkt ist der einzige schwimmende Blumenmarkt der Welt: die Buden stehen auf Kähnen, die seit 1862 an der Singel liegen, und den Markt geht man eher entlang, als dass man ihn besichtigt — er ist einen Häuserblock Stände am Wasser lang, und man durchquert ihn schauend. Um neun öffnen die Buden noch in Ruhe, bevor die Reisebusse kommen: die richtige Stunde, um vorbeizugehen, und der Grund, warum der Tag hier beginnt. Wer Tulpenzwiebeln mitnehmen will, eine Warnung, die eine Enttäuschung erspart: Prüfe, ob auf der Packung das Ausfuhrzertifikat steht, denn ohne bleiben sie am Zoll. Dann geht es weiter die Singel entlang und durch die Heiligeweg: fünf Minuten bis zum Törchen am Spui.
Empfohlene Dauer: 40 min
Begijnhof, der stille Hof
BegijnhofDer Begijnhof ist Amsterdams geheimer Hof: man tritt durch eine schmale Tür, und der Lärm der Stadt ist schlagartig weg — eine Wiese, zwei Kirchen und die Häuser der Beginen, der weltlichen Frauen, die hier seit dem Mittelalter in Gemeinschaft lebten. Bei Nummer 34 steht Het Houten Huys von 1528, eines der nur zwei erhaltenen Holzhäuser der Stadt: Bleib stehen und schau es an, denn es ist ein Stück Amsterdam, das es fast nicht mehr gibt. Der Eintritt ist frei, und erbeten wird nur eines, Stille: Hier wohnen noch Menschen, und der Pakt zwischen Hof und Stadt funktioniert seit Jahrhunderten. Der Spui, der Platz der Buchhändler, liegt gleich draußen: drei Minuten zu Fuß.
Empfohlene Dauer: 57 min
Spui und die braunen Cafés
SpuiDer Spui ist der Platz der Buchhändler und Studenten: freitags stehen hier die Stände mit gebrauchten Büchern, sonntags die mit Bildern, und ringsum liegen einige der echtesten bruine kroegen der Stadt — die „braunen Cafés", benannt nach dem von Jahrhunderten Rauch gedunkelten Holz. Das Ritual ist einfach: Man setzt sich an irgendeinen freien Tisch, bestellt einen Kaffee und nimmt die Zeitung, die noch wie früher an einem Holzstab hängt. Eine halbe Stunde so ist so viel wert wie ein Museum, denn die braunen Cafés sind Amsterdam — genau wie die Grachten. Dann geht es Richtung Altstadt: zwölf Minuten durch Nes und Oudezijds Voorburgwal, bis zum Platz der Waag.
Empfohlene Dauer: 1h 48m
Mittagessen am Nieuwmarkt, unter der Waag
NieuwmarktDen Nieuwmarkt beherrscht die Waag, das Stadttor von 1488, das später Waaghaus und anatomisches Theater wurde — jenes aus Rembrandts „Anatomie", das hier noch immer wie zu Hause wirkt. Rund um den Platz stehen Terrassen und Viertellokale, in denen man mittags gut und ohne Umstände isst: ein Broodje, eine Suppe, und die Chinatown der Zeedijk beginnt zwei Schritte weiter, sobald der Blick auf die Schilder fällt. Es ist die richtige Pause auf halber Strecke des ersten Tages: ein echter Platz, ehrliche Preise und die Altstadt ringsum. Die Oude Kerk, der nächste Halt, ist fünf Gehminuten entfernt.
Empfohlene Dauer: 1h 25m
Oude Kerk, das älteste Gebäude der Stadt
Oude KerkDie Oude Kerk ist das älteste Gebäude Amsterdams: 1306 geweiht, steht sie mitten im Rotlichtviertel — ein sehr niederländischer Gegensatz, den hier niemand seltsam findet und der mehr über die Stadt erzählt als viele Museen. Drinnen sind die mittelalterliche Holzdecke, das Grab von Saskia — Rembrandts Frau — und zeitgenössische Kunstausstellungen im Dialog mit dem alten Raum. Der Eintritt kostet 14,50 €, mit Turmaufstieg 22 €: Plane eine gute Stunde ein, denn das Kirchenschiff verlangt Ruhe. Am Ausgang geht es zum bürgerlichen Herzen der Stadt: acht Minuten durch Warmoesstraat und Damstraat, bis zum Dam.
Empfohlene Dauer: 1h 22m
Der Dam und der Königliche Palast
Koninklijk PaleisDer Königliche Palast am Dam entstand im 17. Jahrhundert als Rathaus der reichsten Stadt Europas, und deshalb ist er maßlos: im Bürgersaal ist der Boden mit Weltkarten eingelegt, weil von hier aus die Schiffe befehligt wurden — die konkreteste Idee von Macht, die ein Fußboden geben kann. Er ist bis heute Repräsentationspalast des Königshauses und schließt darum kurzfristig für höfische Termine: Prüfe den Kalender, bevor du hingehst. Das Ticket kostet 13,50 €, Audioguide inbegriffen, und der Palast bleibt bis 18 Uhr geöffnet: Der Besuch am späten Nachmittag dieses Tages passt bequem hinein. Das Abendessen auf der Zeedijk ist zehn Gehminuten entfernt.
Empfohlene Dauer: 2h 5m
Abendessen auf der Zeedijk
ZeedijkDie Zeedijk ist die älteste Straße Amsterdams — sie war der Deich, der das Meer draußen hielt — und heute das Rückgrat der Chinatown: kantonesische, thailändische und indonesische Küche Tür an Tür, und auf halbem Weg der buddhistische He-Hua-Tempel. Das ist der Abend für Rijsttafel, den „Reistisch", den Indonesien der niederländischen Küche hinterlassen hat: viele kleine Gerichte zum Teilen, die perfekte Art, den ersten Tag zu zweit zu beschließen. Eine praktische Warnung, die in Amsterdam überall gilt: Sehr viele Lokale sind „pin only", Karte oder Handy — das Bargeld zieht man besser gar nicht erst hervor.
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